Ruder-Club Rahnsdorf (Luftfahrt) e.V.

 

Über Uns


Der Verein

Unser Ruder-Club existiert seit 1926 und liegt im Ortsteil Rahnsdorf in Berlin-Köpenick in der Dorfstraße 10c, im alten Fischerdorf, gleich hinter der Dorfkirche.

Vom Wasser aus findet man unser Bootshaus im Südosten Berlins, im alten Spreearm der Müggelspree, zwischen dem Kleinen Müggelsee und der Dorfkirche Rahnsdorf.

Das Clubleben hat einen hohen Stellenwert. Alljährlich werden viele Veranstaltungen durchgeführt.

Mit sehr schönen Gig-Booten finden jedes Jahr erlebnisreiche Ruderfahrten statt. Traditionell am letzten Samstag im August sind wir Gastgeber der Sternfahrt zum RCR und begrüßen viele befreundete Wanderruderer und -ruderinnen.

Wir freuen uns über neue Mitglieder (Kinder ab 9 Jahren, Jugendliche und Erwachsene), die das Rudern erlernen möchten. Bei Interesse, bitte anrufen bzw. Kontaktformular ausfüllen oder zu den Trainingszeiten vorbeischauen. Wir beißen nicht.


 

 

Historie des  Ruder Club Rahnsdorf Luftfahrt e.V.

 


Die Geschichte des Ruderclub Rahnsdorf beginnt mit "Paul Scholz". Er war Inhaber von mehreren Berliner Musikläden und wollte sich und seiner Familie um 1922 ein Landhaus bauen. (das heutige Vereinshaus des RCR)

Aufgrund der 1923 starken Inflation verschätzte er sich jedoch mit den Baukosten, wodurch er in finanzielle Schwierigkeiten kam. Daraufhin kauften ihm zwei Bankdirektoren der "Deutschen Bank" das Haus, einschließlich Grundstück, mit samt der Schuldenlast ab.

Die beiden Direktoren Herr Strube und Herr Heimann initiierten dann im Jahre 1924 die Gründung einer Stiftung der "Deutschen Bank"

Mit der "Angestellten- Wohlfahrt GmbH" wurde eine Sportgemeinschaft für den Rudersport auf dem Gelände angesiedelt. 1925 wurde dann das Haus zum Bootshaus umgebaut und die große Bootshalle, sowie Steg- und Bollwerkanlagen gebaut.

Am 20.05.1925 wurde die Stiftung dann zum Verein und wir bekamen den Namen: "Ruderklub der Deutschen Bank e.V." 

  

Das Bootshaus 1926

Große Bootshalle 1926

Flagge des "Ruder Club Deutsche Bank"

Die nächste große Veränderung im Vereinsleben kam dann 1936. Die XI. Olympischen Spiele in Berlin.

Im Zuge dessen wurden zwei neue Bungalows und der Turm auf der Bootshalle errichtet. Diese dienten während der Spiele als Unterkünfte und Trainingsstützpunkt für die "Japanische Nationalmannschaft"

1938 erfolgte dann der Anbau unserer kleinen Bootshalle.

Während den Kriegsjahren und der anschließenden Besatzungszeit hat der Verein unterschiedliche Rollen gespielt.

Die Räumlichkeiten des Vereins dienten unter anderem zur Unterbringung von Wehrmachtspionieren und anschließend der "Roten Armee". Diese nutzte dann die Bootshalle beispielsweise als Kuhstall. An das Rudern war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken, da die Boote aufgrund ihrer Lagerung im Freien stark in Mitleidenschaft gezogen waren. Außerdem war die Deutsche Bank durch ihre Verwicklungen in den NS-Staatsapparat in der sowjetischen Besatzungszone kein legitimiertes Unternehmen mehr.


Ab 1945 bildete sich im Klubhaus Rahnsdorf ein Jugendauschuss, dieser, gefördert durch KPD und SPD, hatte sich die politische Umerziehung der Jugend zur Aufgabe gemacht. Aus diesem Grunde fanden zu dieser Zeit im Clubhaus nur Tanzveranstaltungen und gesellige Treffen statt. Im Herbst 1945 begannen die Jugendlichen dann aus Eigeninitiative die Bootshalle zu beräumen und die Boote zu reparieren. Dabei wurden sie durch die Ruderkameraden Oskar und Ullrich Speer betreut, welche zu dieser Zeit noch in anderen Vereinen Mitglieder waren, aber in der späteren Geschichte unseres Vereins sich noch als Trainer und Vorsitzende etablieren konnten. Desweiteren verhandelte Horst Buchler (Jugendausschussleiter)mit dem Kommandant der sowjetischen Kommandantur über die Wiederaufnahme des Rudersportbetriebs. Die Genehmigung dafür erhielt er im Frühjahr 1946.


Aufgrund der politischen Entwicklung mit Gründung der DDR im Jahre 1949 verlor der Ruderverein seine ursprünglichen Namensrechte im Bezug auf die Deutsche Bank. Aus diesem Grund schloss sich die Jugendgruppe der neugegründeten Betriebs-Sport-Gemeinschaft Chemie an, womit sie auch ihren Namen übernahm.    



1963 dann der Übergang von BSG Chemie Köpenick zur BSG Interflug, bis 1968.

Frau Credo, Direktorin Fotochemische Werke, verkaufte die BSG Chemie Köpenick/Siemens Plania für 40.000 Mark an die Interflug. Die Interflug war fortan Trägerbetrieb und Sponsor aus dem Kulturfond für Rudervereine und der Sektion Segeln, die 1965 gegründet wurde. 

Allerdings hatte der Wechsel des Trägerbetriebes für den Rudersport viele Nachteile. Die Interflug legte verstärkt Wert auf die Förderung des Segelsport und dessen neuer Sektion. Zu dieser Zeit lag der Rudersport am Boden. Nur unserem damaligen Trainer Werner Zimmermann ist es zu verdanken, dass sich dies wieder änderte. Werner Zimmermann, zu dieser Zeit Lehrer an der 12. Polytechnischen Oberschule, baute zusammen mit Trainer Erich Meretz dort eine Arbeitsgemeinschaft Rudern auf. Durch dieses Engagement erholten sich die Mitgliederzahlen und die Sektion Rudern fand zu alter Stärke zurück.



Die "BSG Interflug", welche später zur "BSG Luftfahrt" umbenannt wurde, blieb bis zur Wiedervereinigung von DDR und BRD Namensgeber unseres Vereins. 

Und auch darüber hinaus blieben wir unserer Geschichte treu. Das ist auch der Grund warum wir im heutigen Vereinsnamen immer noch den Zusatz "Luftfahrt" tragen.

Am 12.04.1992 erfolgte dann die Neugründung des Vereins unter dem Namen "Ruder-Club Rahnsdorf Luftfahrt e.V."und die Eintragung als gemeinütziger Verein im Vereinsregister, beim Amtsgrericht Berlin Charlottenburg.


Alte Bootsflagge der BSG Luftfahrt

Bootsflagge des  Ruder-Club Rahnsdorf (Luftfahrt) e.V. ab 1992

Eine große Herausforderung nach der Neugründung stellt seitdem der Erhalt und die Bewirtschaftung unseres Vereinsgeländes dar. Anders als zu Zeiten der Trägerbetriebe, welche nicht nur Geld sondern auch Handwerker und Objektleiter zur Verfügung stelten, geschieht dies seither ehrenamtlich, durch die Mitglieder und mit den Haushaltsmitteln des Vereins.

Und auch hier wurden seitdem viele Projekte mit Fleiß, Schweiß und Herzblut verwirklicht.

Hierzu zählen unter anderem:

- Der Anschluss des Vereinsgeländes an die öffentliche Kanalisation

- Bau eines Kraft- und Fitnessraums im Seitentrakt der Bootshalle

- Neueindecken der Dächer von Vereinshaus und Bootshalle

- Renovierung des Vereinshauses und der Sanitäranlagen

- Befestigung der Zufahrtswege zum Bootshaus

- Renovierung/Erneuerung der Außenfassade der Bootshalle

Und natürlich die vielen anderen Arbeitsstunden am Grundstück und an den Booten, ohne die das Sporttreiben gar nicht möglich wäre.

Hierfür ein großes Dankeschön an alle unsere Mitglieder für ihren Fleiß und die Arbeitsbereitschaft in der Vergangenheit und bei zukünftigen Projekten.

Dem Engagement jedes Einzelnen, über Generationen hinweg, verdanken wir das wir im Jahr 2016 das 90-jährige Bestehen unseres Vereins feiern durften.

Von hier an werden wir die Geschichte fortschreiben und freuen uns auf weitere aktive Jahre mit Blick auf ein volles Jahrhundert Rudersport in Rahnsdorf.